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Geschichte

Exkursion der 10. Klassen zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme

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aktualisiert: 05.03.2019 10:37 von Sh
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Von 1938 bis 1945 befand sich in Neuengamme das größte Konzentrationslager Nordwestdeutschlands. Wir, die Klassen 10a und 10b, fuhren gemeinsam mit Herrn Bayer und Frau Springer am 19. Februar 2019 in die heutige KZ- Gedenkstätte nach Neuengamme. Da wir schon viel im Geschichtsunterricht über die Konzentrations- und Vernichtungslager in der Zeit der NS-Herrschaft und die Opfer des SS-Terrors gesprochen haben, konnten wir uns in Neuengamme noch einmal ein genaues Bild von einem der zahlreichen Orte machen und es durch die Dauerausstellungen in den historischen Gebäuden vertiefen.

Als wir gegen frühen Mittag am Zielort ankamen, ging es auch schon direkt los mit der Führung. Die Klasse 10a steuerte mit dem Museumspädagogen namens Nico zuerst eines der Backsteingebäude auf dem Gelände an. Nico erzählte uns erst einmal etwas über die Geschichte des Konzentrationslagers, über die Gedenkstätte und das Gelände. Hier wurde auch deutlich, dass es ein reines Arbeitslager war, sprich: Arbeiten bis zum Tod. Jedoch starben die meisten Häftlinge durch Hunger und Kälte, mangelhafte Unterbringung und Hygiene, Misshandlungen und überanstrengende Arbeit.

Im Anschluss ging es dann in das historische Gebäude zur Dauerausstellung. Hier wurden eigene und fremde Ausstellungen temporär gezeigt, die die Themen der Dauerausstellung ergänzen und vertiefen. Dort versammelten wir uns wieder und Nico erzählte etwas über die einzelnen Ausstellungen, die auf den zwei Etagen verteilt waren. Wir durften uns in Gruppen zusammentun und alles ganz genau unter die Lupe nehmen. Die Inhaftierten mussten im Konzentrationslager all ihre persönlichen Gegenstände wie Schmuck, Uhren, Kleidungsstücke und Brieftaschen abgeben. Es war bemerkenswert, wie viele dieser Sachen noch existieren und dem KZ-Neuengamme zur Verfügung gestellt worden sind. Man hat sich wirklich viel Mühe bei der Ausstellung gegeben und versucht, alles zu finden, was bedeutend und wichtig war. Nach Staunen, Erschrecken und Aufklärung trafen wir uns alle wieder und besprachen mit Nico die Fragen, die wir nun im Kopf hatten. Ein kleines Blatt aus Holz geschnitzt mit der kyrillischen Inschrift, ,,Zum Andenken an Fritz“, hatte großes Interesse erweckt. Es ging um den deutschen Häftling Fritz Bringmann, ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er rettete im Januar 1942 unter hohem persönlichen Risiko durch Befehlsverweigerung sowjetischen Kriegsgefangenen das Leben und bekam von ihnen als Dank dieses geschnitzte Blatt.

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Auf einem der langen Märsche nach Osnabrück, zu einem der zahlreichen Außenlager, brachten ihm drei Jungen aus der Bevölkerung Lebensmittel. Daraufhin schenkte Fritz Bringmann einem der Jungen dieses Blatt. Er überlebte die KZ-Haft und bei einer Veranstaltung in Osnabrück im Jahr 1994 gab sich ein Teilnehmer als dieser Junge zu erkennen. Bringmann erhielt die Schnitzarbeit zurück und stellte sie der KZ- Gedenkstätte zur Verfügung.

Wir machten uns dann auf den Weg in die Gebäude der Fabriken, wo die Häftlinge eine sehr große Anzahl an Klinkersteinen herstellten, denn Hamburg hatte damals große Pläne und deren Verwaltung war sehr von der Möglichkeit angetan, die Baukosten durch den Arbeitseinsatz von KZ-Häftlingen erheblich reduzieren zu können. Sie hatten jeden Tag Schwerstarbeit zu verrichten und das alles mit unzureichender Ernährung und viel zu dünner Kleidung. Es war alles so surreal mitten in dieser Fabrik zu stehen und sich diese Zeit vorzustellen.

Zum Schluss ging es in das Haus des Gedenkens. Überall an den Wänden hingen Stoffrollen mit unzähligen Namen drauf. Es seien ca. 25.000 Namen von Menschen, die hier verewigt worden sind und das wären gerade mal die Hälfte, so berichtete Nico. Überall lagen kleine Briefe, Kerzen und Bilder von Verwandten oder Bekannten der Verstorbenen, die hier trauern können. Nico machte noch eine letzte Fragerunde und verabschiedete sich dann von uns.

Dieser Tag war für uns sehr informativ und spannend. Durch den Geschichtsunterricht wusste man eigentlich schon das meiste, aber man hat trotzdem alles vertieft und veranschaulicht bekommen. Es war für jeden eine außergewöhnliche und schockierende Erfahrung, ergänzend zum Geschichtsunterricht einen Blick auf die Realität werfen zu können, und es hat den meisten auch beim Geschichtstest am nächsten Tag geholfen.

Julie Harder


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